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Benjamin Ferencz – Von Nürnberg nach Den Haag

Ein Leben für den Frieden

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Ein Leben für den Frieden, das ist es, was Benjamin Ferencz antrieb. „Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören“, sagte der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse, der 2020 seinen 100. Geburtstag feierte und jetzt im April 2023 verstarb.

Seine Familie wandert nach Amerika aus, als er noch ein Baby ist. Ferencz wächst unter ärmsten Verhältnissen in New York auf und studiert später Jura in Harvard. Er ist gerade 25, als er als US-Soldat nach Deutschland kommt. Unmittelbar nach der Befreiung der Konzentrationslager sichert er Beweise für die dort begangenen Verbrechen. Es sind Erlebnisse, über die er bis heute kaum sprechen kann. Zwei Jahre später ist er Chefankläger im Einsatzgruppenprozess gegen ehemalige SS-Führer in Nürnberg.

Was er in Deutschland erlebt, bestimmt sein ganzes Leben. Auch dank seines Mitwirkens wird 2002 der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag eröffnet. 70 Jahre nach Beginn der Nürnberger Prozesse entstand ein berührendes Porträt über einen noch immer aktiven Friedenskämpfer. Die Nürnberger Regisseurin Ullabritt Horn (1956 – 2017) hat ihn jahrelang begleitet, dabei ist neben dem mehrfach ausgezeichneten Kinofilm „A Man Can Make A Difference” auch ein 30-minütiges Porträt für die Medienwerkstatt Franken entstanden: Historische Filmdokumente, persönliche Interviews mit Benjamin Ferencz, Statements von Kollegen und Freunden sowie eine Kamera, die dem rastlosen Protagonisten rund um die Welt folgt – auch nach Nürnberg, in den historischen Saal 600 – machen den Film zu einer Abenteuerreise durch das Leben dieses charismatischen, lebenslustigen Mannes. Hinter der Kamera standen unsere Kollegen Günther Wittmann und Hans Batz. Für den Schnitt war Robert H. Schumann zuständig.