200 Angeklagte, 13 Verfahren, 4 Jahre und 24 Todesurteile. So nüchtern könnte man die Nürnberger Prozesse kurz zusammenfassen.

„Es nutzt nichts, Zahlen zu nennen“, hält Alice Ricciardi von Platen 1947 dagegen. „Wie kann so eine Quälerei so kalt diskutiert werden?“

Die deutsche Ärztekammer hatte sie als Beobachterin nach Nürnberg zum Prozess gegen 23 Mediziner geschickt. Sie sollte dokumentieren, warum Ärzte, die mit dem Hippokratischen Eid geschworen hatten, Leben zu retten, Menschenversuche, Euthanasie-Tötungen und Zwangssterilisationen anleiteten. Doch ihr aufrüttelnder Bericht verschwindet Jahre lang im Giftschrank. Zu groß war die Nestbeschmutzung, schildert sie im bewegenden Interview mit der Medienwerkstatt 2003.

„Medizin ohne Gewissen“ ist einer von insgesamt sieben Filmen, mit denen wir uns den Nürnberger Prozessen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven genähert haben: unter anderem aus dem Blickwinkel eines Chefanklägers, einer adligen Hausdame und dem Sohn eines der Angeklagten. Wir legen euch diese Filme zu 80 Jahren Nürnberger Prozesse ans Herz. Die Prozesse begannen im November 1945. Die ersten Urteile wurden am 30. September 1946 gesprochen.


Unsere Filme über die Nürnberger Prozesse

 

Alice Ricciardi von Platen

Benjamin Ferencz – Von Nürnberg nach Den Haag

Die Speer-Legende

Das Zeugenhaus

Julius Streicher – Der Frankenführer

Jewgenij Chaldej

Museen der Stadt Nürnberg (2)