Die Speer-Legende

Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit

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Er war der Hitler-Zeitzeuge par excellence: Albert Speer, Architekt des Nürnberger Reichsparteitagsgeländes und späterer Rüstungsminister des NS-Regimes. Schon in der Zeit der Nürnberger Prozesse und während seiner 20-jährigen Haft in Berlin-Spandau tat er alles für seine spätere Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit – für das Image vom „geläuterten“ Nazi, von Hitlers Aura „Verführten“, vom unpolitischen Techniker.

Von den Gräueltaten in den Konzentrationslagern habe er nicht gewusst – ebenso wenig von Zwangsarbeitern oder Himmlers Rede zur „Endlösung der Judenfrage“. Journalisten, Autoren und Historiker trugen vor allem in den 60er und 70er-Jahren mit Interviews und Biografien dazu bei, dieses Bild in der Öffentlichkeit zu unterfüttern. Denn Albert Speer erzählte das, was viele in dieser Zeit hören wollten: Man sei da unverschuldet in etwas hineingeraten.

Dass Speer sehr wohl einer der führenden Nazis, einer der Haupttäter des Hitler-Regimes und maßgeblich beteiligt an der Judenverfolgung war, zeigt eine neue Ausstellung am Nürnberger Dokumentations-Zentrum Reichsparteitagsgelände. Die Medienwerkstatt hat mit den Ausstellungsmachern und Historikern über die „Speer-Legende“ gesprochen.

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