Brandsätze gegen ein jüdisches Gemeindezentrum in Berlin. Briefe mit Fäkalien an nordrhein-westfälische Moscheen. Und Ende Oktober hier in Nürnberg: Antisemitische Schmierereien an einem israelischen Restaurant. Unbekannte malten einen Davidstern an die Gaststättenfasade. Die Liste verstörender Vorfälle dieser Art ließe sich leider lang fortsetzen in diesen Tagen.
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober und dem folgenden Gaza-Krieg lässt sich wachsender Antisemitismus und mehr Rassismus gegen Muslime in Deutschland verzeichnen. Die jüdischen und muslimischen Gemeinschaften beobachten das besorgt.
Neu sind Hass und Übergriffe auf Menschen jüdischen oder muslimischen Glaubens leider nicht. In der Medienwerkstatt haben wir das immer wieder dokumentiert. Doch es gibt auch Engagement dagegen. Letztes Jahr hat unsere Autorin Valeska Rehm zivilgesellschaftliche Initiativen und Bündnisse in Nürnberg porträtiert, die das Gedenken an den NSU-Terror fördern, gegen Rassismus kämpfen und für ein solidarisches Miteinander einstehen. Den vielen engagierten Menschen aus unserer Region möchten wir am Sonntag eine Bühne geben.

Nürnberg und der NSU – eine besondere Verbindung: Hier wurden zwischen 2000 und 2005 drei Menschen von Rechtsterroristen ermordet, so viele, wie an keinem anderen Ort. Ihre Namen waren: Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru und İsmail Yaşar. Bis heute gibt es keine lückenlose Aufklärung der Hintergründe in Franken: Wie wurden die Opfer ausgewählt? Wer zählt zum lokalen UnterstützerInnenkreis? Und: Wer warf das Bekennervideo in den Briefkasten der Nürnberger Nachrichten? In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen und Bündnisse gegründet, die zum NSU-Komplex arbeiten, das Gedenken fördern und gegen Rassismus kämpfen. Einige von ihnen stellen wir in diesem Film vor: Sie organisieren Straßenfeste, schaffen Begegnungsorte für Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, bieten Theaterworkshops an, um Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung zusammenzubringen und betonen immer wieder: “Wir werden nicht aufhören zu fragen”.

Wir wiederholen den Film „Wir werden nicht aufhören zu fragen – Initiativen gegen Rassismus“ von Valeska Rehm am Sonntag, 3. Dezember, um 21 Uhr auf Franken Plus (Satellit) sowie um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen (Kabel). Livestream: frankenfernsehen.tv.