Großreuth hinter der Veste Stadtteilporträt

Ein sterbendes Dorf?

Großreuth hinter der Veste

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Großreuth hinter der Veste liegt in der nordöstlichen Außenstadt. Der Kontrast zwischen Gemüseanbau und Großstadtgewerbe zeigt hier sehr deutlich, wie Nürnberg in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist. Bereits 1929 warnte der Pfarrer Julius Kelber in seinem Buch „Ein sterbendes Dorf? – Streifzüge durch die Ortsgeschichte von Großreuth hinter der Veste“ vor den Folgen der Industrialisierung und vor dem „von überall her zusammengewehten Stadtvolk“, dass die bäuerlichen Strukturen zerstören würde. Seine Angst war nicht ganz unberechtigt. Dennoch kam es nicht ganz so schlimm.

2020 – knapp hundert Jahre nach dem Erscheinen des Buchs von Julius Kelber – wirft der Autor und Kameramann Christopher Dillig erneut einen Blick auf den Stadtteil und stellt fest: Das bäuerliche Leben genießt hier immer noch einen hohen Stellenwert, auch wenn sich Vieles verändert hat. Außerdem können wir heute keinen Direktflug mehr von Großreuth nach London oder Paris buchen – und auch nicht mehr zusehen, wie sich die „Morgengesellschaft“, eine kaufmännische Elite Nürnbergs aus dem 19. Jahrhundert, zu Fuß vom Maxtor nach Großreuth wanderte, um dort in Nürnbergs erstem Kaffeehaus täglich ihren Morgenkaffee zu trinken. Umso besser, dass es Menschen gibt, die uns von „damals“ erzählen können, weil sie „heute“ hier arbeiten oder schon immer hier leben…