Das Staatsarchiv Nürnberg

Die Arche Noah der schriftlichen Überlieferung

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Der 80 Meter lange und zu seiner Zeit hoch moderne Repräsentationsbau des Staatsarchivs Nürnberg ist eines der ältesten und größten Gebäude in der Nürnberger Nordstadt und gleichzeitig eines der geheimnisvollsten. 1880 wurde es unter der Regentschaft von Ludwig II als erster Archivzweckbau im Königreich erbaut, um alle wichtigen staatlichen Akten aus dem mittelfränkischen Raum zu beherbergen.

Das Staatsarchiv ging aus dem Archiv der Reichsstadt Nürnberg hervor, das 1806 an den bayerischen Staat fiel. Es umfasst derzeit etwa 8 Millionen Archivalien, darunter etwa 89.000 Urkunden, 3.750.000 Notariatsurkunden ab 1862 und ca. 1.500 handgezeichnete Karten und Pläne vor 1806. Der gesamte Beständeumfang beträgt heute ca. 36.000 laufende Meter. Jedes Jahr kommen 250 bis 300 Meter hinzu.

Gesammelt wird längst nicht alles, was bayerische Dienststellen an Akten produzieren. Das wären viel zu viele. Die Vorgänge werden entsprechend dem bayerischen Archivgesetz bewertet und sortiert. Was dann aber einmal im Archiv landet, das bleibt im Selbstverständnis der Archivare aufbewahrt für ewig.

Darüber freuen sich die unterschiedlichsten Nutzer: Hausbesitzer, die alte Pläne zu ihren Immobilien suchen, ebenso wie Heimatforscher, die ihre Dorfgeschichte recherchieren. Studenten, Wissenschaftler, Doktoranden und Hobbyforscher geben sich hier die Klinke in die Hand und ihre Forschungsthemen sind so bunt und vielfältig wie die Archivwände grau und eintönig.
Die Medienwerkstatt hat mit Mitarbeitern und Nutzern gesprochen, die sich einig sind, dass das Archiv ein Schatz der Erinnerung ist. Ihn zu haben und gelegentlich auch zu bergen, das schafft Momente der Traurigkeit und des großen Glücks

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