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Ein Haus für alle

Das Karl-Bröger-Haus

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Das Karl-Bröger-Haus hinter dem Nürnberger Hauptbahnhof ist ein Haus für alle: Die Büros von SPD und AWO finden sich hier, Beratungsstellen, die sozialistische Jugendorganisation „Die Falken“, eine Kinderarztpraxis und ein Veranstaltungszentrum. Damit knüpft das Haus an die Vision seiner Bauzeit an.

Als das Verlagsgebäude der sozialdemokratischen Parteizeitung Fränkische Tagespost 1930 feierlich eröffnet wurde, war es das erste Hochhaus der Stadt. Die Architekten Hans Müller und Karl Kröck orientierten sich am Stil der Neuen Sachlichkeit und wollten ein Gebäude für die Zukunft bauen. Konstruiert mit einem Stahlträgerskelett, lassen sich bis heute Wände im Haus flexibel ein- und ausbauen.

Die „rote Burg“ als Zeichen der Wehrhaftigkeit der Demokratie wurde nur wenige Jahre nach ihrem Bau von den Nationalsozialisten besetzt. Die Fränkische Tagespost wurde verboten, das wenige nicht zerstörte Inventar zur Produktion von Hetzblättern wie dem Stürmer missbraucht. SPD-Mitglieder und Redaktionsmitglieder der Tagespost kamen in Haft, wurden in Konzentrationslager verschleppt oder flohen.

Im Krieg blieb das Haus größtenteils unversehrt und konnte ab 1945 schnell wieder genutzt werden. Zu den ersten neuen Mietern gehörte die Lokalredaktion der Nürnberger Nachrichten. SPD und AWO kamen zurück, nebenan wurden Wohnungen gebaut. In den Jahren danach etablierte sich der Name, den das Haus bis heute trägt, benannt nach dem Zeitungsredakteur und Arbeiterdichter Karl Bröger. Der Film der Medienwerkstatt Franken erzählt die bewegte Geschichte des Hauses.