Heute feiern wir den Internationalen Tag der Leichten Sprache! Passend dazu beginnen wir diese Woche auf der KI-Journey, uns mit Leichter und Einfacher Sprache zu beschäftigen! Wir stellen uns deshalb die Fragen: Welche KI-Tools gibt es zur Generierung barrierefreier Sprache auf dem Markt? Und was ist das überhaupt? 

Verstehen und verstanden werden — ein Kernaspekt guter Kommunikation. Doch für viele Menschen kann Sprache, unter anderem aufgrund von Lernschwierigkeiten oder kognitiven Einschränkungen, eine Hürde darstellen. Aktuelle Zahlen gehen von rund 10 Millionen Menschen aus. Daher ist es uns wichtig, Möglichkeiten zu finden, Informationen in leichter und einfacher Sprache zugänglich zu machen. Erstmal vorweg: Leichte und einfache Sprache werden oft als Synonym verwendet. Die beiden Formen barrierefreier Kommunikation unterscheiden sich jedoch in einigen zentralen Aspekten, wie beispielsweise der Zielgruppe.

Was ist einfache Sprache? 

Die Einfache Sprache ist eine heruntergebrochene Version der Umgangs- bzw. Alltagssprache. Sie richtet sich an eine breitere Zielgruppe als die leichte Sprache, darunter Menschen, die wenig Kontakt zu Fremdwörtern haben oder Personen, die gerade Deutsch lernen. Sie ist klar und direkt formuliert, mit kurzen bis mittellangen Sätzen und einem erweiterten, aber leicht verständlichen Wortschatz. Sie unterscheidet sich häufig nur gering von den Originaltexten und ist auch optisch nicht auf den ersten Blick als Einfache Sprache erkennbar.

Was ist leichte Sprache? 

Leichte Sprache ist speziell für Menschen mit kognitiven Einschränkungen

oder Lernschwierigkeiten entwickelt worden. Sie zeichnet sich durch kurze Sätze, einfache Wörter und die Vermeidung von Fachbegriffen aus. Die Texte sind klar strukturiert und oft mit Bildern versehen, nach jedem Satz folgt ein Absatz. Eine Prüfgruppe, bestehend aus Menschen mit Einschränkungen, bewertet die Texte vor der Veröffentlichung bezüglich der Verständlichkeit.  

Beide Formen zielen darauf ab, Texte verständlicher zu gestalten, jedoch ist die leichte Sprache strenger reguliert, während die einfache Sprache flexibler ist.

 Bild: https://leichte-sprache.de/leichte-sprache/was-ist-leichte-sprache/

Beispiel für Unterschiede der beiden Modelle

Das Übersetzungsbüro Inklusiv.Online, das auf barrierefreie Kommunikation spezialisiert ist, gibt folgende (textliche) Beispiele aus der Ornithologie für den Unterschied zwischen einfacher und leichter Sprache:

Text in Einfacher Sprache:

Bei erwachsenen Amseln unterscheidet sich das Aussehen von Männchen und Weibchen deutlich. Die Männchen sind schwarz und haben einen hellgelben bis orangenen Schnabel. Sie haben einen Ring um ihre Augen, der die gleiche Farbe wie der Schnabel hat. Der Ring hebt sich stark von der dunkelbraunen Augenfarbe ab. Beim Weibchen ist dieser Ring nicht so gut zu erkennen. Der Schnabel ist bei den Weibchen eher braun. Die Federn sind auch braun. Sie können aber auch grau oder rötlich sein.

Text in Leichter Sprache

Bei Amseln sehen das Männchen und das Weibchen anders aus.

Männchen haben schwarze Federn.

Und Männchen haben einen hellgelben oder orangenen Schnabel.

Männchen haben einen orangenen Ring um die Augen.

Und Männchen haben dunkelbraune Augen.

Weibchen haben dunkelbraune Federn.

Weibchen haben einen braunen Schnabel.

Und Weibchen haben auch einen Ring um die Augen.

Man kann den Ring aber nicht so gut sehen.

Der Ring ist nämlich auch braun wie die Federn.

 

Was sind unsere Ziele?

Die Erstellung von Texten in barrierefreier Sprache erfordert viel Fingerspitzengefühl und Expertise. Unternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, sind eher rar gesät. Oft sind es staatliche Stellen oder gemeinnützige Organisationen, die sich dieser Aufgabe annehmen. Ebenso bieten Übersetzungsbüros und freie Übersetzer*innen ihre Dienste für leichte und einfache Sprache an. Die Kosten für die Erstellung solcherTexte können jedoch beträchtlich sein und sind für viele private Unternehmen und Vereine wie uns schwer leistbar. Deshalb liegt unser Recherche-Fokus auf kostenfreien KI-Tools. Da die Leichte Sprache eine Qualitätsprüfung durch die Zielgruppe vorsieht, werden wir verstärkt die einfache Sprache für uns nutzen — diese jedoch unterstützend durch Bilder, Absätze, passende Schrift und Größe so inklusiv wie möglich gestalten.

Unser langfristiges Ziel ist es, unsere Sendungsankündigungen, die wir zweimal im Monat für unsere neusten Filme veröffentlichen, in barrierefreier Sprache anzubieten. Denkbar wäre es außerdem, ausgewählte Website-Inhalte, zum Beispiel zur Gründungsgeschichte der Medienwerkstatt, in unseren Barrierefrei-Blog zu integrieren. Ausgeklammert ist zunächst einmal die regelmäßige Übersetzung von Filmen mit Sprechertext, da uns dafür derzeit die personellen und zeitlichen Ressourcen fehlen. Soweit ein Überblick zu unserer Zielsetzung. Doch welche KI-Tools gibt es überhaupt, die wir für diesen Zweck nutzen können?

                            

 

Welche kostenfreien Programme gibt es derzeit?

Bei der Recherche sind wir auf vier browserbasierte Anwendungen gestoßen. Uns interessiert dabei: Was können die speziellen Tools leisten? Welche Qualität erreichen sie in Einfacher Sprache?

Die Idee, künstliche Intelligenz zur Generierung von Texten in leichter Sprache und einfacher Sprache einzusetzen, ist vielversprechend. Allerdings bleibt abzuwarten, wie viel Nacharbeit wir aufwenden müssen, damit die Texte auch wirklich unsere ursprünglichen Botschaften transportieren und sich ein echter Mehrwert ergibt.  

Beim nächsten Post zu barrierefreier Sprache starten wir, die verschiedenen vorgestellten Anwendungen zu testen, um dem selbst gesteckten Ziel, unsere Sendungsankündigungen künftig auch in inklusiver Sprache zu veröffentlichen, näher zu kommen. Bleibt dran!