Fast drei Mal so viele antisemitische Vorfälle wie im Vorjahreszeitraum: Die hat RIAS Bayern in den zwei Monaten nach dem 7. Oktober gezählt. Der Hamas-Terrorangriff hat direkte Auswirkungen für Menschen jüdischen Glaubens, die im Freistaat leben. RIAS ist die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus, sie dokumentiert antisemitische Vorfälle und unterstützt Betroffene. Auch in Nürnberg, wo rund 2.200 praktizierende Jüdinnen und Juden leben und Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde sind. Die Medienwerkstatt porträtiert seit Jahrzehnten zahllose Aspekte jüdischen Lebens in der Region. Vor zwei Jahren hat Autorin Valeska Rehm zum Beispiel die lebendigen und vielfältigen Geschichten von vier jungen Menschen jüdischen Glaubens erzählt. Am Sonntag wir diese Dokumentation – auch als Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die ihren Glauben und ihre Kultur hier ohne Angst leben wollen.

Jüdisches Leben in Nürnberg ist lebendig und vielfältig. In der Dokumentation kommen vier junge jüdische Menschen zu Wort, die sich auf unterschiedliche Weise mit ihrer Kultur und Religion auseinandersetzen: Sie leiten das Jugendzentrum der israelitischen Kultusgemeinde, singen bei der “Jewrovision”, dem größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas, oder sprechen in Schulklassen im Rahmen von “Meet a jew” offen und selbstbewusst über ihr Jüdischsein. Sie geben uns individuelle Einblicke in die Vielfalt des jüdischen Lebens in Nürnberg – weg vom abstrakten Blick von “den Juden” hin zu authentischen Geschichten und Blickwinkeln auf unsere Gegenwart. Wichtig ist ihnen vor allem eines: Miteinander, statt übereinander zu reden! 

Wir wiederholen den Film „Jung & jüdisch – Lebendiges Judentum heute“ von Valeska Rehm am Sonntag, 21. Januar, um 21 Uhr auf Franken Plus (Satellit) sowie um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen.  (Kabel). Livestream: frankenfernsehen.tv.