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Wandergesellen

Mit Hut, Stenz und Ehrbarkeit

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Wenn Wandergesellen unterwegs sind, ziehen sie immer staunende Blicke auf sich: In ihrer traditionellen Kluft, mit Stenz und Charlottenburger ausgestattet, scheinen sie längst vergangenen Zeiten zu entspringen. Und ein bisschen tun sie das ja auch: Mit der Walz führen die Handwerksgesellen eine Tradition fort, die im Späten Mittelalter von den Zünften eingeführt wurde – als Voraussetzung für den Gesellen, die Prüfung zum Meister zu beginnen. Und so sind viele der heute noch üblichen Gebräuche seit 800 Jahren von einem Wandergesellen zum nächsten weitergegeben worden. Doch manches hat sich im Lauf der Jahrhunderte auch gewandelt – längst ist die Walz kein Muss mehr, und die Zahl der Mutigen, die in die Welt hinausgehen, um Arbeitserfahrungen zu sammeln und andere Kulturen kennenzulernen, ist nach einer kurzen Renaissance in den 1980er Jahren auf um die 500 in Deutschland geschrumpft. Dafür hat sich die Walz emanzipiert: Mehr als 10 Prozent des Reisenden Handwerks sind weiblich. Doch was ist es, dass junge HandwerkerInnen nach ihrer Ausbildung für 3 Jahre und einen Tag in die Fremde treibt; mit wenig Gepäck; ohne erreichbar zu sein; ohne zu wissen, wo sie abends schlafen werden – dafür mit jeder Menge mittelalterlicher Regeln und Gebräuche im Sinn? Das wollte die MEDIENWERKSTATT von Wandergesellen und -gesellinnen unterschiedlichster Gewerke wissen.

Jahr

2013

Datum

17.03.2026

Autor/in