“Widerstand für unsere Zukunft”

Nürnberger Klimaaktivist*innen verteidigen Lützerath

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Die Braunkohlebagger des Energiekonzerns RWE fressen sich seit Jahrzehnten immer weiter in die rheinländische Landschaft, zerstören Dörfer und Wälder und lassen nichts zurück als ein klaffendes Loch, das den Menschen ihre Heimat nimmt. Eines dieser Dörfer ist Lützerath. Es soll der Braunkohle so schnell wie möglich weichen. Fast alle Bewohner*innen mussten ihre Häuser bereits verlassen und eine neue Heimat finden.

Doch irgendwo kann es auch für RWE nicht weitergehen, irgendwo gibt es eine Grenze – und die verläuft genau zwischen Lützerath und dem, keine 100 Meter entfernten, Braunkohleloch. Es handelt sich um die 1,5-Grad-Grenze, die 2015 im Pariser Klimaabkommen festgehalten wurde. Laut Studien wird diese auf jeden Fall überschritten, wenn die Braunkohle, die unter Lützerath liegt abgebaggert und verfeuert wird.

Eckardt Heukamp, „der letzte Lützerather“ klagte im Dezember 2020 gegen die geplante Zwangsenteignung. Für den Fall, dass die Gerichte gegen ihn entscheiden, wurde hinter Heukamps Hof ein Klimacamp errichtet, um diesen zu unterstützen und die Anfeuerung der Klimakatastrophe durch RWE zu verhindern. Ende Oktober wurde zum „Unräumbar-Festival“ aufgerufen, da RWE mit der Räumung der ersten besetzten Flächen zu beginnen drohte. Zahlreiche Menschen waren vor Ort, zelteten auf der großen Wiese hinter Heukamps Hof, bauten Baumhäuser, arbeiteten weiter an der Infrastruktur des Camps und besetzten im Zuge der großen Demo am Sonntag einen Bagger am Rande des Tagebaus.

Die Medienwerkstatt hat fünf Klimaaktivist*innen aus Nürnberg nach Lützerath begleitet – fünf unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und einer großen Gemeinsamkeit: dem Willen, die bestehenden Verhältnisse aktiv zu verändern und eine klimagerechte Welt neu zu gestalten.