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Der Fürther Anarchist Fritz Oerter

"Ich verwerfe jede Gewalt"

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„Ein Vaterland: die Erde, so soll es künftig heißen.“ Das schrieb der Fürther Fritz Oerter (1869-1935) im Jahr 1920. Zwischen zwei Weltkriegen, am Vorabend des Nationalsozialismus. Es sollte ganz anders kommen. Und Oerter geriet in Vergessenheit, zusammen mit seinen fortschrittlichen Ideen. Nicht so einige Weggefährten: Der unbekannte Fürther hatte zu Lebzeiten Kontakt mit Größen wie Gustav Landauer und Erich Mühsam. Wer sich mit Oerter beschäftigt, verwirft schnell das Vorurteil vom bombenlegenden Anarchisten, der das Chaos liebt. Fritz Oerter lehnte Gewalt entschieden ab, genau wie Kapitalismus, Nationalstaaten und Hierarchien. Seine Ideen verdienen Wiederentdeckung, nicht zuletzt in der aktuellen Kriegszeit. Darum machen sich Menschen wie Oerters Enkel Alfred Hierer, FürthWiki-Vorstand Kamran Salimi und der Fürther Autor Leonhard F. Seidl verdient. Auch für dieses Engagement hat Seidl vor wenigen Wochen den Kulturpreis der Stadt Fürth erhalten. Gemeinsam mit diesen Menschen zeichnet die Medienwerkstatt das historische Porträt eines Mannes, der seiner Zeit weit voraus war. Auch im März 1933, als er in seinem Tagebuch vermerkte: „Ich verwerfe jede Gewalt, von wo sie auch ausgeht. Sie führt immer zur Katastrophe.“