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Nachgefragt: Den Todesmärschen auf der Spur

Kooperation mit OTH Amberg-Weiden

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„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, der ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“, schreibt der spanische Philosoph George Santayana 1905 in seinem Werk „Das Leben der Vernunft“. Mit diesen Worten beginnt auch der Film „Den Todesmärschen auf der Spur“. Er skizziert die Geschehnisse in den letzten Kriegstagen 1945: Am 4. April erreichen die Alliierten das erste KZ auf deutschem Boden. Es ist das Buchenwald-Außenlager Ohrdruf, es folgt das Hauptlager, dann Bergen-Belsen, Sachsenhausen und schließlich am 23. April das KZ Flossenbürg. Die US-Soldaten finden aber kaum Überlebende. Wenige Stunden zuvor waren die letzten Häftlinge in Richtung Dachau getrieben worden. 15.000 völlig ausgemergelte Körper hatten sich durch die Dörfer in der Oberpfalz, Nieder- und Oberbayern geschleppt, vorbei an den Häusern der Dorfbewohnerinnen und -bewohner, von denen viele später behaupten werden, sie hätten nichts gewusst. Wie erlebten sie die Todesmärsche? Und was sagen sie heute dazu?

Im Örtchen Bruck in der Oberpfalz haben vier Studierende der OTH Amberg-Weiden letzte lebende Zeitzeugen aufgespürt. „So etwas verarbeiten kann man nie“, sagt Zeitzeugin Marianne Vanino im Film und berichtet von einer undefinierbaren Menschenmasse, die sich über eineinhalb Stunden an ihrem eigenen Versteck vorbei schleppt. Klara Bruckner erinnert sich an ausgemergelte, kahlköpfige Gestalten, die plötzlich auf dem elterlichen Hof stehen, stumm nach Kartoffeln greifen, die ihre Mutter für die Schweine vorbereitet hat. Robert Amrhein berichtet von menschlichen Körpern, notdürftig im Wald mit Blättern bedeckt. Was ursprünglich als dokumentarische Begleitung eines schulischen Erinnerungsprojekts begann, ist schließlich zu einem beeindruckenden Zeitzeugnis geworden. Eines, das mahnt und der Nachwelt einen klaren Auftrag hinterlässt. Es endet mit den Worten des KZ-Überlebenden Max Mannheimer: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ Im Anschluss an den Film unterhält sich unsere Redakteurin Annette Link mit den Studierenden, ordnet mit Filmausschnitten aus unserem Archiv die Geschehnisse historisch ein und zeigt Anknüpfungspunkte zu Nürnbergs NS-Vergangenheit auf.

Ein Film von: Maximilian Seyfert, Hao Phan Ngoc, Viktoria Svistunova, Dominik Zeitler (OTH Amberg-Weiden) und Annette Link (Redaktion Medienwerkstatt)