„Hupfla” wird das Gebäude an der Schwabachanlage in Erlangen im Volksmund genannt. Der niedlich klingende Name ist kurz für „Heil- und Pflegeanstalt”. Diese Anstalten gibt es im Nationalsozialismus im ganzen Reich. Nach außen hin erwecken sie den Anschein ihren Patient*innen helfen zu wollen, doch in einem Großteil der Einrichtungen werden behinderte und psychisch kranke Menschen schikaniert und ermordet. So auch in Erlangen: 1940 und 1941 werden knapp 1000 Patient*innen im Rahmen der Aktion T4 in die Tötungsanstalten Pirna-Sonnenstein und Hartheim bei Linz deportiert. Von 1941 bis 1945 werden mindestens 1000 Patient*innen durch sogenannte Hungerkost in den Seitenflügeln der Heil- und Pflegeanstalt ermordet. Und das alles vor den Augen der Stadtbevölkerung. Denn anders als bei anderen Heil- und Pflegeanstalten, die abgeschottet am Stadtrand liegen, steht die Hupfla mitten in der Innenstadt.
In der Dokumentation von Lukas Jantschek und Valeska Rehm wird die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt im Nationalsozialismus nachgezeichnet und gleichzeitig auch der Blick in die Gegenwart geworfen. Wie wurde mit dem Gebäude und seiner Geschichte umgegangen? Seit wann gibt es einen Erinnerungsdiskurs? Und warum wurde das Gebäude bis heute fast vollständig abgerissen?

Der Film „Chronologie eines Abrisses – Die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Erlangen“ von Valeska Rehm und Lukas Jantschek läuft am Sonntag, 19. Mai, um 21 Uhr auf Franken Plus (Satellit) sowie um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen.  (Kabel). Livestream: frankenfernsehen.tv. Wiederholung am 26. Mai zu den gleichen Sendezeiten.