AfD-Politiker*innen, Unternehmer*innen und andere Rechtsextreme treffen sich in Potsdam, um Massendeportationen zu planen. Die jüngsten Enthüllungen der Rechercheplattform Correctiv wecken Erinnerungen an den Nationalsozialismus. 

Mit Blick auf die Umfragewerte der AfD bei den kommenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen ziehen einige Expert*innen sogar Parallelen zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in der Weimarer Republik.

Als Reaktion auf den Geheimplan gingen letzte Woche über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland gegen Rechtsextremismus auf die Straße – ein Protest aus der Mitte der Gesellschaft, der vielen Menschen im Land gerade guttut und Hoffnung spendet. 

Vielen wird mit den jüngsten Enthüllungen nochmal deutlich vor Augen geführt: Hat die AfD bald das Sagen, könnten sie Freund*innen, Familie und Nachbar*innen verlieren oder gar selbst in den Fokus geraten, weil die eigenen Wurzeln nicht in Deutschland liegen, die sexuelle oder politische Orientierung, die Hautfarbe oder der Glauben der AfD nicht passt. 

Wie menschenverachtend ein solches völkisches, rassistisches Denken ist, welche Konsequenzen dies selbst für Kinder haben kann, macht unser Film aus dem Jahr 1999 „Auf Wiedersehen im Himmel“ deutlich. Diesen wiederholen wir deshalb am Sonntag.

Am 9. Mai 1944 wurden 39 Kinder aus einem katholischen Kinderheim, der „Heiligen St. Josefspflege“ in Mulfingen, in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Im Gegensatz zu anderen Sinti-Kindern, die damals aus katholischen Kinderheimen direkt an die SS ausgeliefert wurden, waren die Kinder aus der St. Josefspflege über ein Jahr lang von der systematischen Ermordung ausgespart geblieben. Diese „Ausnahme“ hatte einen Grund: Die Kinder dienten der „Rassebiologin“ Eva Justin als Untersuchungsobjekt für ihre Doktorarbeit. Nach Abschluss des Promotionsverfahrens kam der Befehl, die Kinder nach Auschwitz zu deportieren. In der Nacht zum 3. August 1944 wurden sie dort vergast. Nur vier ältere Kinder, vom KZ-Arzt Mengele als Sklavenarbeiter für die Rüstungsproduktion bestimmt, haben den Tod ihrer Geschwister überlebt. 50 Jahre danach gelang es erstmals, Zeitzeugen und Überlebende aufzusuchen und ihre Geschichte filmisch festzuhalten.


Wir wiederholen den Film „Auf Wiedersehen im Himmel – Die Sinti-Kinder von der St. Josefspflege“ 
von Romani Rose und Michail Krausnick am Sonntag, 28. Januar, um 21 Uhr auf Franken Plus (Satellit) sowie um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen.  (Kabel). Livestream: frankenfernsehen.tv.