Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beginnt so: „Alle haben das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen.“ Also: Kultur als Menschenrecht – für den ehemaligen Nürnberger Kulturreferenten Hermann Glaser waren das nicht nur Worte. Während seiner Amtszeit eröffnete 1975 der erste Nürnberger Kulturladen in der Rothenburger Straße. Mittlerweile ist der längst in die Villa Leon umgezogen, und außer ihm gibt es in der Stadt elf weitere Kulturläden. Hier gibt es Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Diskussionen, Workshops – Kultur also zum Konsumieren, aber auch zum Selbermachen. Und am wichtigsten: Kultur für Alle. Die MEDIENWERKSTATT gratuliert den Nürnberger Kulturläden zum 50. Geburtstag und dazu wiederholen wir einen Dokumentarfilm, den Lisa Kräher und Kurt Keerl im Jahr 2014 gemacht haben.

Kultur ist Bürgerrecht – diesen Spruch prägte einst Nürnbergs Kulturreferent Hermann Glaser. Während seiner Amtszeit öffneten in den 70er Jahren die ersten Kulturläden in Nürnberg. Tante-Emma-Läden für Kommunikation sollten sie sein. Orte, an denen jeder Bürger Kultur konsumieren aber auch selbst machen konnte. Während die CSU sie Anfangs als „rote Gesinnungsläden“ bezeichnete und nicht viel für die neue Art von Kultur übrig hatte, sind die Kulturläden heute aus den Stadtteilen nicht mehr wegzudenken. Im Film erzählt die Medienwerkstatt die Geschichte der Nürnberger Kulturläden und schaut sich in den Einrichtungen um: vom selbstverwalteten Stadtteilzentrum DESI bis zum Loni-Übler-Haus, in dem auch das Russische Theater zu Hause ist. Wie wichtig sind die Kulturläden für die Stadt? Darauf antworten Bürger, Mitarbeitende der Kulturläden und der ehemalige Kulturreferent Glaser.

Wir wiederholen den Film „Kultur für alle – Die Nürnberger Kulturläden” (2014) von Lisa Kräher und Kurt Keerl am Sonntag, 8. Juni um 21 Uhr auf Franken Plus (Satellit) sowie um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen (Kabel).