Als Medienschaffende stehen wir sonst eher hinter der Kamera, spüren Geschichten auf, diskutieren gesellschaftliche Entwicklungen – und fühlen uns dort pudelwohl. Im Rampenlicht stehen wir selbst nur gelegentlich. Letzten Freitag war das anders: Wir haben die Karl-Bröger-Medaille 2024 überreicht bekommen. Wir freuen uns über diese tolle Würdigung unserer Arbeit und hatten viel Spaß beim anschließenden Fest. Danke an die Karl-Bröger-Gesellschaft. Danke an alle, die dabei waren und an alle, die uns gratuliert haben! In den letzten Jahren ging der Preis an verschiedene Projekte und Einzelpersonen, unter anderem an den Straßenkreuzer e.V., die Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair oder die Politikerin Renate Schmidt. Dass wir in einer Reihe mit so tollen und engagierten Menschen stehen dürfen, ist für uns wirklich eine große Ehre!

Die Karl-Bröger-Medaille
Der Vorsitzende der Karl-Bröger-Gesellschaft, Michael Ziegler, begründet die Wahl so:
„Die Medienwerkstatt Franken leistet unschätzbar wichtige Arbeit. Die Karl-Bröger-Medaille wird ihr für die Liebe zu Nürnberg verliehen. Mit ihren Themen zeigt die Medienwerkstatt immer Haltung und ist ein einzigartiges Juwel in der Medienlandschaft. Wir sagen DANKE.“
Der ehemalige Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly in seiner Laudatio:
„Die Medienwerkstatt Franken ist das kleine gallische Dorf in der Medienwelt und macht Hoffnung, selbst wenn die Hütte brennt, sendet weiter!”
Die Vorjahrespreisträgerin Renate Schmidt, ehemalige Bundestagsabgeordnete schreibt:
„Was wäre der Sonntagabend ohne die Medienwerkstatt? Zuerst der Tatort – nicht immer – und dann ein bisschen Miosga – auch nicht immer – und dann die Medienwerkstatt- immer. Früher gab es manchmal auch die andere Reihenfolge – zuerst MW und dann Tatort, geht leider nicht mehr, und heute manchmal, wenn Tatort zu blöd: MW und dann Miosga. Warum Medienwerkstatt immer? Weil sie mit ihren Reportagen und Dokumentationen eine andere Sicht auf unsere Region ermöglicht, die in der sonstigen Berichterstattung meist untergeht.“
In eigener Sache:
Seit 40 Jahren haben wir uns dem Lokaljournalismus verschrieben. Erzählen die Geschichten, die vor unserer Haustür passieren und schauen nicht weg: Was passiert mit dem Leerstand in Nürnberg? Wie geht es mit dem Frankenschnellweg weiter? Wir zeigen, wie sich große gesellschaftliche Entwicklungen in unserer Stadt auswirken, indem wir mit Frauen, die von Altersarmut betroffen sind, ins Gespräch gehen oder mit jungen jüdischen Menschen über Antisemitismus sprechen. Und das alles kostet Geld. Der Lokaljournalismus ist seit Jahren in einer prekären Lage, die sich immer weiter verschärft. Studien zeigen, dass an Orten, wo die Pressevielfalt schwindet, der Populismus erstarkt.
Wir wissen: Lokaljournalismus ist systemrelevant. Doch da es kaum eine Lobby gibt, werden unsere Anliegen oft vergessen. Wir möchten diesen Preis auch nutzen, um auf die schwierige finanzielle Situation vieler nichtkommerzieller Medieneinrichtungen hinzuweisen, die auf Fördergelder angewiesen sind. Wir möchten es uns leisten können, faire Löhne zu bezahlen. Dass unsere Qualität auch finanziell wertgeschätzt wird, mehr von Bund und Land unterstützt wird und die Fördersummen mit den steigenden Kosten wachsen. Damit der Lokaljournalismus nicht in der strukturellen Selbstausbeutung endet. Gerade diese Einrichtungen stärken die Demokratie, da sie den auf Aufmerksamkeitsmaximierung getrimmten Algorithmen der Sozialen Medien einen wichtigen Gegenpol bieten…
>>> Alle Auszeichnungen für die Medienwerkstatt Franken gibt es hier im Überblick.
- Gute Laune schon vor der eigentlichen Verleichung: Judith Dauwalter und Annette Link
- Die Verleihung war auch eine Möglichkeit zum Netzwerken, Günther Wittmann im Gespräch
- Michael Aue im Gespräch
- Aufmerksamer Zuhörer: Winfried Schuhmann
- Musik gab’s von Ernst Schultz (Ihre Kinder)
- Andreas Holzmüller und Günther Wittmann
- Auf den begehrten Plätzen in der ersten Reihe
- Laudator Ulrich Maly
- Judith Dauwalter bei ihrer wunderbaren Dankesrede, in der sie auch auf unsere prekäre Lage aufmerksam machte.
- Die Medaille geht rum











