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Mehr als Sport

Integration und Inklusion beim Schwimmen

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Integration und Inklusion haben oft den schlechten Ruf, schwierig und aufwändig zu sein. Ein Weg, das Ganze auf spielerische Art umzusetzen, bietet der Schwimmsport. “Als Trainer hatte ich alles, was ich brauchte, schon in meiner Ausbildung an die Hand bekommen”, sagt Andreas Distler, Abteilungsleiter Schwimmen beim TSV Altenfurt. Er arbeitete sich in das Thema ein und trieb die Inklusion in seinem Verein voran. Im Wasser fällt vieles leichter, sagt er: “Denn die Personen fühlen sich leichter und können die Anweisungen besser motorisch umsetzen.” Inzwischen gibt es exklusive Angebote für Menschen mit speziellen Bedürfnissen, aber auch im Breitensport sind Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich dabei. Dasselbe Ziel hat die Stiftung Deutschland Schwimmt, die neben Schwimmkursen auch Formate anbietet, bei denen sie eine Ausbildung zur Schwimmlehrerassistenz absolvieren können – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu echter Teilhabe.

Für Geflüchtete gehören in Deutschland Freizeitaktivitäten am See, Fluss oder im Schwimmbad dazu. Doch viele haben nie schwimmen gelernt und begeben sich so schnell in Lebensgefahr. Für sie ist es schwierig, das System zu durchblicken und einen Schwimmkurs zu buchen, stellt Andrea Ackermann von Sport Integrativ der Stadt Nürnberg fest. “Dazu kommen eine finanzielle und sprachliche Hürde und unter Umständen eine Angst vor Wasser durch traumatische Erlebnisse bei der Flucht.” Deshalb bietet die Stadt besondere Kurse für Geflüchtete an. In Hersbruck wird das vom Ökumenischen Flüchtlingsverein geleistet. Marianne Ermann trifft sich regelmäßig mit Frauen zur Wassergewöhnung. Einfühlsam arbeitet sie nicht nur an den richtigen Bewegungen im Wasser, sondern ist für die Teilnehmerinnen auch Vertraute, Mutter und Oma.