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Was hat der Behaim-Globus zu tun mit Rassismus heute? Inwiefern hat Trumps Anspruchsdenken auf weltweite Rohstoffe Wurzeln in der frühen Kolonialzeit, die auch in Nürnberg liegen? Wie kann das städtische Erinnern am Kriegerdenkmal Köpfleinsberg lernen von der Black Lives Matter-Bewegung? Diesen Fragen geht die Medienwerkstatt in ihrer Doku am Sonntag aus der Perspektive von Schwarzen Aktivist*innen nach. Ende April zeigen und diskutieren wir den Film auch öffentlich im Casablanca.

Patrizierfamilien in der Kolonialzeit, Straßen wie die Mohrengasse oder eine fragwürdige Darstellung Schwarzer Menschen in der Kunst und in Firmenlogos: In Nürnbergs Stadtbild und Geschichte finden sich viele koloniale Bezüge – sie prägen rassistisches Denken bis heute. Die Nürnberger Ortsgruppe der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland macht das in einer Führung durch die Stadt sichtbar.

Der Dokumentarfilm begleitet Aktivist*innen, die aus den eigenen Familien-, Community- und Rassismuserfahrungen heraus berichten. Sie setzen sich ein für die Sichtbarkeit Schwarzen Lebens in Nürnberg, für eine Diskussion in der Gesellschaft, der diese Lebensrealitäten nicht egal sein sollten. Außerdem werden Museen, die Stadtverwaltung oder Firmen nach ihrem Umgang mit dem eigenen kolonialen Erbe gefragt.

Der Film entstand mit einem Zuschuss der Stiftung „Nürnberg – Stadt des Friedens und der Menschenrechte“.

Filmreihe: „Nürnberg auf den zweiten Blick“

Wir gehen täglich durch Nürnberg und sehen doch vieles nicht: Diese Erfahrung macht auch die Medienwerkstatt als 46-jährige Chronistin der Stadt bei jedem neuen Filmthema. Deshalb nähern wir uns dem Stadtbild ganz bewusst aus verschiedenen Perspektiven. In der Reihe „Nürnberg auf den zweiten Blick“ begleiten wir Führungen und bereichern unsere Sicht auf die Stadt. Diese Doku ist Teil zwei der Reihe, Teil eins porträtierte historisch bedeutende Nürnbergerinnen.

Vorführung im Casablanca mit Podiumsdiskussion

Die Medienwerkstatt und die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland in Nürnberg laden zur Filmvorführung am 26. April um 18 Uhr im Casablanca. Im Anschluss an die Dokumentation diskutieren die Filmschaffenden mit Aktivist*innen, Vertreter*innen der Stadtgesellschaft und dem Publikum. Die Veranstaltung ist gefördert durch die Amadeu-Antonio-Stiftung. Tickets unter diesem Link: casa.jetzt/isd

Der Film “Eine Gesellschaft, in der Schwarzes Leben egal ist? – Schwarzes Erinnern, Aufklären und Kämpfen in Nürnberg” von Judith Dauwalter läuft am Sonntag, 5. April, um 21 Uhr auf Franken Plus (Satellit) sowie um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen (Kabel). Wiederholung am 12. April zu den gleichen Sendezeiten. Livestream: frankenfernsehen.tv.