Fatima Osman
Meine Liebe zur Welt durch das Objektiv der Kamera begann schon in meiner
Kindheit, als mein Vater sich vom Nachbarn eine VHS-Kamera auslieh und
Familienfeiern filmte. Viele Jahre später, im fünften Studienjahr an der
Universität, bewarb ich mich — ohne spezielle Ausbildung als Kamerafrau —
mutig beim lokalen krimtatarischen Fernsehen als Videooperatorin. Genau
damals bekam ich mein Ticket ins Leben, und mein Leben füllte sich mit
erstaunlichen Menschen, interessanten Projekten und vielfältigen
Erfahrungen. Zur gleichen Zeit begann ich, die Erinnerungen meiner
Verwandten aufzuzeichnen — Geschichten über die Deportation und die
Rückkehr in die Heimat. Diese Geschichten und das menschliche Gedächtnis
faszinierten mich so sehr, dass sie mit der Zeit zum Hauptthema meines
kreativen Weges wurden.
Dort, beim Fernsehen, begegnete ich auch einem Menschen mit ähnlichen
Werten und Interessen. Heute ist er mein Ehemann Eldar — Lebenspartner und
Mitstreiter im kreativen Schaffen. Gemeinsam beschäftigen wir uns mit der
Erforschung menschlicher Geschichten, der Kultur und der Erinnerung unseres
Volkes.
Heute ist Dokumentarfilm für mich nicht einfach nur die Aufzeichnung von
Ereignissen. Es ist eine Möglichkeit, eine lebendige Chronik unserer Zeit
für zukünftige Generationen zu hinterlassen. Oft wünsche ich mir, die Welt
mit den Augen meiner Großmütter und Großväter zu sehen — zu verstehen, wie
sie lebten, wovon sie träumten und was sie fühlten. Und ich denke daran,
dass unsere Enkel und Urenkel Jahrzehnte später genauso den Wunsch haben
werden, uns in der heutigen Zeit zu sehen — unsere Stimmen zu hören, unser
Leben zu sehen und den Geist unserer Zeit zu spüren.
Genau deshalb bleiben die Erforschung der Geschichte meines Volkes und die
Bewahrung der Erinnerung für kommende Generationen der rote Faden meines
kreativen Schaffens und die Grundlage meiner gesamten dokumentarischen
Arbeit.
Filmographie
- Jahr Film Titel
- 2026 Die Krim in mir