Nürnberg ist laut Deutscher Umwelthilfe die am höchsten versiegelte Großstadt Deutschlands. 57,1 Prozent der Fläche liegen hier begraben unter Asphalt, Beton und Pflastersteinen. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem: Die Versiegelung speichert die Hitze statt die dringend notwendige, kühlende Feuchtigkeit. Seit mehr als 10 Jahren versucht die Stadtpolitik dem entgegenzusteuern. Statt den Regen auf dem schnellsten Weg raus aus der Stadt zu schwemmen, soll das Wasser nun zurückgehalten werden. Gespeichert in Becken, Pflanzen, in den Böden, im Grundwasser. Gelingt das? Wo sind diese grünen Oasen, die wie ein Schwamm Regenwasser speichern? Wie weit ist Nürnberg auf dem Weg zur Schwammstadt?
Die Medienwerkstatt ist mit dem Anti-Versiegelungsaktivisten Volker Linhard in der Altstadt auf Spurensuche gegangen, hat aktuelle städtische und private Baustellen besucht, mit einem Wissenschaftler über nachhaltige Stadtentwicklung gesprochen und im Austausch mit Landschaftsarchitekt*innen, Bauplanern und städtischen Vertretern kleine, interessante Ansätze entdeckt: Eine Hördoku über brodelnde Kochtöpfe, tosenden Verkehrslärm, ratternde Baustellen, matschige Mulden, unsichtbare Bewässerungssysteme und über Veränderung, die man ganz leise auch hören kann. Im Anschluss an die Ausstrahlung auf Radio-Z ist die Hördoku auf Spotify auf unserem Kanal Auf Wellenlänge abrufbar.
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