Kategorie: Aktuelles
01.12.2016

Medienwerkstatt feiert 25 Jahre im Lokal-TV

Programm mit ausgezeichneten Dokumentationen im Filmhaus Nürnberg am 16. und 17. Dezember

25 Jahre Medienwerkstatt im Lokalfernsehen

am 16. und 17. Dezember im Filmhaus Nürnberg, Königstraße 93

Karten unter (0911) 231 7340

Eintritt: 7 Euro pro Tag, 4,50 Euro ermäßigt

Am 6. Dezember 1991 ging die Medienwerkstatt Franken erstmals Sendung. Auch wenn die Pilotausgabe des damaligen Formats „Bildstörung“ mit ihrer ausgefallenen Art bei Fernsehkritikern auf geteiltes Echo stieß, sind die FilmemacherInnen heute, hunderte Filme und dutzende Auszeichnungen später, eine feste Größe in der Nürnberger Medien- und Kulturlandschaft. Nicht nur, weil sie sich Tabus und Themen jenseits des Mainstreams widmen, auch, weil sie einen Bewegtbild-Schatz angesammelt haben und ein Stück Nürnberger Zeitgeschichte dokumentieren. Gefeiert wird das mit einem zweitägigen Programm im Filmhaus am 16. und 17. Dezember, begleitet von einer Ausstellung über die Arbeit der vergangenen 25 Jahre.

Zum Auftakt läuft um 19 Uhr die Reportage „Pottenstein – Eine trügerische Idylle“ über die KZ-Vergangenheit des Ortes in der fränkischen Schweiz. Wie dieser und viele andere Filme wurde „Leben wie andere auch“, das Porträt eines HIV-positiven Mädchens, mit dem Fernsehpreis der Bayerischen Landesmedienzentrale ausgezeichnet. Dass lange Zeit eine jüdische Geheim- und Handelssprache mitten in Franken gesprochen wurde, dokumentiert die Medienwerkstatt in „Am Schabbes hat der Schoufet frei“. „Der Große Unbekannte“ porträtiert den Nürnberger Fotografen Horst Schäfer. In „Im Rückblick“ erzählen die Autoren die Geschichten von Kreuzen an fränkischen Landstraßen. „Eine Woche zwei Leben“ zeigt den Alltag von Pendlern. Ausgezeichnet mit dem Alternativen Medienpreis taucht „Einmal Hip, einmal Hop“ in die fränkische Hip Hop-Szene. Beendet wird der Abend mit „Großmarkt der Betriebsamkeit“, einem Film über den Nürnberger Großmarkt und die Menschen, die dort nachts arbeiten - ausgezeichnet mit dem Ernst-Schneider-Journalistenpreis.

Drei Filmblöcke zu den Themen Soziales, Kultur und Zeitgeschichte widmen sich am Samstag den Schwerpunkten der Medienwerkstatt. Start ist um 15 Uhr mit Dokumentationen über Altersarmut, Autismus und verwaiste Eltern. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit ProtagonistInnen und AutorInnen der Filme. Kulturell geht es um 17 Uhr weiter – mit Porträts des Fotografen Günter Derleth und des Dialekt-Dichters Fitzgerald Kusz, einem Blick in die fränkische Blues-Szene und dem Stadtteilporträt „Unterwegs in GoHo“.

„Mit Hut, Stenz und Ehrbarkeit“ geht ab 21 Uhr der Frage nach, wieso junge HandwerkerInnen heute noch auf die Walz gehen. Für ihren Film „Wir waren die Sklaven von Diehl“ deckten die Autoren den Zwangsarbeiterskandal der Nürnberger Firma Diehl auf. Der Film „Der schwarze Mittwoch“ erzählt vom Massaker in der ukrainischen Gemeinde Kortelisy, an dem die Polizeikompanie Nürnberg 1942 beteiligt war. Für Freunde des ehemaligen KOMM gibt es zum Abschluss die Dokumentation „Völlig ausgeliefert“ über die Massenverhaftung 1981.



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