Kategorie: Sendungen
22.09.2015

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Wie vereinbar sind Beruf und Familie tatsächlich?



Sonntag, 20. September, 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen
Wiederholung: Sonntag, 4. Oktober, 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen
Autorin: Vanessa Hartmann
Dauer: 30 Minuten

2015 schreckte die Nachricht auf, Deutschland belege bei der Geburtenrate den letzten Platz weltweit. Doch sieht man sich den Alltag deutscher Familien genauer an, wird schnell klar: Es gibt heutzutage viele Gründe, auf Kinder zu verzichten.

Nachdem das Alleinverdiener-Modell weitgehend ausgedient hat, ist es inzwischen Normalität, dass beide Partner berufstätig sind. Aber die Rahmenbedingungen hierzulande ermöglichen es Paaren kaum, Beruf und Familie für beide zufriedenstellend zu vereinbaren. Männer würden oft gerne weniger arbeiten und mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen; was selten vom Arbeitgeber unterstützt wird und oft auch finanziell gar nicht machbar ist - dafür ist das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen einfach zu groß.

Also landen in der Regel die Frauen in der Teilzeitfalle; mit niedrigerem Gehalt als vor der Babypause, weniger anspruchsvollen Aufgaben und am Ende auch noch geringeren Rentenansprüchen. Trotz Teilzeit bleibt kaum Zeit zum Durchatmen – Hausarbeit & Co müssen neben Beruf und Kinderbetreuung gemanagt werden; das bisschen Haushalt macht sich eben doch nicht von alleine.

Anerkennung für den täglichen Spagat gibt’s keine; dafür das schlechte Gewissen, weder Beruf noch Familie wirklich gerecht zu werden. Und wie Einzelhandelskaufleute, Krankenpfleger oder andere Berufsgruppen im Schichtdienst, wo die Arbeitszeit von den vorhandenen Betreuungsangeboten völlig abweicht, Beruf und Familie vereinbaren sollen, das scheint momentan ausschließlich die Betroffenen zu interessieren.

Die MEDIENWERKSTATT hat Familien aus der Region getroffen, die dem täglichen Wahnsinn im Hamsterrad mit unterschiedlichsten Modellen begegnen.


Beruf und Familie kann sie gut vereinbaren: Christine Pürzer, Mutter zweier Töchter, arbeitet mit einer halben Stelle als Lehrerin an einem Gymnasium in Erlangen. Zeit mit den Kindern ist ihr wichtiger als berufliches Fortkommen.


Claudia Lazai ist Mutter zweier Kinder und in Vollzeit für die DATEV als Ansprechpartnerin Familie - Beruf tätig, beim Absprechen anstehender Termine mit ihrem Vater – ohne Plan und ohne Großeltern ist Vereinbarkeit ein frommer Wunsch.


Sie gehört zu den wenigen Müttern hierzulande, die nach einem Jahr Babypause für das zweite Kind wieder in Vollzeit eingestiegen sind: Jenny Meister schafft ihren Alltag – aber manchmal schafft der Alltag sie. Vom Aufstehen bis zum Abendessen ist er, zumindest unter der Woche, genau durch getaktet.


Als allein erziehende Gesundheits- und Krankenpflegerin ist es für Anita Bischof besonders schwer, die Betreuung ihrer zweijährigen Tochter zu organisieren – oder gibt es eine Krippe in Nürnberg, die bis 22 Uhr oder am Wochenende geöffnet hat?


Eine partnerschaftliche Aufteilung ist für ihn selbstverständlich: Tom Lazai; Vater zweier Kinder, hat gerade (in Vollzeit) eine Ausbildung zum Erzieher absolviert, war aber davor jahrelang in Elternteilzeit und hat das Gros der Betreuung übernommen.

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