Kategorie: Sendungen
13.02.2013

Mit Hut, Stenz und Ehrbarkeit

Wandergesellen Sendedatum: Sonntag, 10. Februar 2013 um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen*

Wiederholung: Sonntag, 24. Februar 2013 um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen*

Ein Beitrag von Vanessa Hartmann & Andi Holzmüller

*(digitaler Satellit, DVB-T, Kabel oder im Internet als Live-Stream)

Zum Inhalt:

Wenn Wandergesellen unterwegs sind, ziehen sie immer staunende Blicke auf sich: In ihrer traditionellen Kluft, mit Stenz und Charlottenburger ausgestattet, scheinen sie längst vergangenen Zeiten zu entspringen. Und ein bisschen tun sie das ja auch: Mit der Walz führen die Handwerksgesellen eine Tradition fort, die im Späten Mittelalter von den Zünften eingeführt wurde -  als Voraussetzung für den Gesellen, die Prüfung zum Meister zu beginnen. Und so sind viele der heute noch üblichen Gebräuche seit 800 Jahren von einem Wandergesellen zum nächsten weitergegeben worden. Doch manches hat sich im Lauf der Jahrhunderte auch gewandelt - längst ist die Walz kein Muss mehr, und die Zahl der Mutigen, die in die Welt hinaus gehen, um Arbeitserfahrungen zu sammeln und andere Kulturen kennenzulernen, ist nach einer kurzen Renaissance in den 1980er Jahren auf um die 500 in Deutschland geschrumpft. Dafür hat sich die Walz emanzipiert: Mehr als 10 Prozent des Reisenden Handwerks sind weiblich.

Doch was ist es, dass junge HandwerkerInnen nach ihrer Ausbildung für 3 Jahre und einen Tag in die Fremde treibt; mit wenig Gepäck; ohne erreichbar zu sein; ohne zu wissen, wo sie abends schlafen werden -dafür mit jeder Menge mittelalterlicher Regeln und Gebräuche im Sinn? Das wollte die MEDIENWERKSTATT von Wandergesellen und -gesellinnen unterschiedlichster Gewerke wissen.

Jan und Marten, zwei rechtschaffene fremde Zimmerer in Nürnberg - ihre letzte Station, bevor sie über den Winter nach Brasilien aufbrechen.



Bei Bürgermeister Horst Förther bekommen sie das ehrbare Siegel der Stadt.



Beim Gesellenabend der Freien Vogtländer im Gasthof zum Hirschen in Hilpoltstein treffen sich reisende Handwerksgesellen und Einheimische, also ehemalige Wandergesellen.



Und das darf an keinem Gesellenabend fehlen: Das traditionelle "Schallern und Klatschen".



Michi ist freireisender Bootsbauer, gehört also keiner Gesellenvereinigung an. Das mindert aber keineswegs die Ernsthaftigkeit, mit der er die auf der Walz üblichen Regeln und Gebräuche pflegt.



Auffällig ist Glenda nicht nur wegen der bei SchneiderInnen üblichen roten Kluft: Frauen auf der Walz sind schon immernoch was "Bsonderes" ...



...ähnlich wie Bäcker: Auch wenn schon immer alle Gewerke gereist sind; tippelnde Bäckergesellen wie Simon trifft man doch eher selten - wie auch Bäcker Albert bestätigen kann.



Weggehen ist leichter als Heimkommen: Zimmerer Stefan hat nur noch ein paar Wochen ...

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