Kategorie: Sendungen
01.04.2013

Die Asylgruppe St. Rochus

Sendedatum: Sonntag, 07. April 2013 um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen*

Wiederholung: Sonntag, 21. April 2013 um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen*

Ein Beitrag von Robert H. Schumann

*(digitaler Satellit, DVB-T, Kabel oder im Internet als Live-Stream)

Zum Inhalt:

Ob Bürgerkrieg, Militärputsch oder US-Intervention - kaum eine andere Bundesbehörde wird von der aktuellen Weltlage und Weltpolitik so stark geprägt wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg. Eng verwoben mit seiner Geschichte ist die Geschichte des Flüchtlingslagers in Zirndorf, die schon 1955 mit der Verlegung des damaligen Valka-Lager in die ehemalige Gendarmerie-Kaserne am Stadtrand der Kleinstadt unter Protesten begann. Die ehemalige Zentrale in Zirndorf wurde zum Synonym für das Bundesamt und die bundesdeutsche Asylpolitik.

Seit 25 Jahren bemüht sich die Asylgruppe St. Rochus um mehr menschlichen Kontakt mit den Flüchtlingen am Rande der Gemeinde in der heutigen Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Nordbayern. Für viele Menschen beginnt ihre deutsche Biographie genau hier. Von hier aus wurden im letzten Jahr über 4000 Menschen auf Flüchtlingsunterkünfte weiterverteilt.

Der Gemeindepädagoge Erwin Bartsch und ca. 30 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten Flüchtlingen Begegnung, Hilfe und Unterstützung in ihrer Lebenssituation. Durch diese  Begegnungen bekommt hier große Welt- und deutsche Asylpolitik plötzlich ein menschliches Gesicht.

Die MEDIENWERKSTATT hat Erwin Bartsch und drei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen nach ihren Erfahrungen befragt.

Erwin Bartsch



Ellen Damarowski

Johanna Endler

Marian Bakkal

 

Im Anschluss an die Sendung wiederholen wir die Reportage

"Die Entscheiderin"

Autor: Robert H. Schumann, 2011

Zum Inhalt:

Bei der Anerkennung von Flüchtlingen verlassen wir uns auf ein verwaltungstechnisches und später unter Umständen juritisches Verfahren, das den Status der Asylbewerber klären soll. Diese Vorgehensweise suggeriert gleichzeitig ein gerechtes und möglichst objektives Verfahren.

Die Verantwortung für Anerkennung oder Ablehnung liegt damit auf Verwaltungsebene des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bei AnhöhrenInnen und EntscheidernInnen. Als Asylgründe gelten ausschließlich politische Verfolgung, die nur ca. ein Prozent der Asylbewerber beweisen können. Für die übergroße Mehrzahl der Flüchtlinge, die aus Hunger, Elend und Perspektivlosigkeit ihre Heimat verlassen haben, bleiben höchstens ein anerkannter Flüchtlingsstatus nach der Genfer Konvention, Abschiebeschutz oder eben die Ablehnung mit der letzten Konsequenz der Abschiebung.

Die Medienwerkstatt hat in einem Nürnberger Pflegeheim eine rüstige Rentnerin gefunden, die bis zu ihrem altersbedingten Ausscheiden beim Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 19 Jahre als Anhöhrerin und Entscheiderin gearbeitet hat. Erstmals berichtet sie über ihre Erfahrungen im Umgang mit Flüchtlingen, die regelmäßige Konfrontation mit Misshandlungen und Folter und die Schwierigkeit einer Gewissensentscheidung, Asylbewerber ablehnen zu müssen, obwohl ihre Fluchtgründe sie persönlich überzeugten.

 

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