Kategorie: Sendungen
29.01.2019

Das Valka-Lager

Wartesaal für heimatlose Ausländer

Autor: Jim G. Tobias

Sonntag, 20. Januar um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen

Wiederholung: Sonntag, 03. Februar um 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen

Livestream: www.frankenfernsehen.tv


Zunächst wurde das Valka-Lager von der UN-Flüchtlingsorganisation verwaltet, ab 1950 unterstand es als „Regierungslager“ den deutschen Behörden. © GESCHICHTE FÜR ALLE e.V.

Zum Inhalt:

Mai 1945. Europa lag in Trümmern. Nach großer Kraftanstrengung hatten die Alliierten die Nationalsozialisten besiegt und Millionen von Kriegsgefangenen, KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern aus den Lagern befreit. Über sieben Millionen dieser verschleppten Personen mussten medizinisch behandelt, verköstigt und untergebracht werden. Dafür errichteten die Besatzungsmächte sogenannte Displaced Persons (DP) Camps.

Eines dieser Auffanglager war das Valka-Lager (1946–1960) auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Langwasser. Benannt wurde es nach der lettisch-estnischen Grenzstadt, da die ersten Bewohner hauptsächlich aus den baltischen Staaten stammten. Über ein Jahrzehnt war der "Wartesaal" vorübergehendes Zuhause für Tausende von osteuropäischen DPs: Entwurzelte, die sehnsüchtig auf eine neue Heimat in Übersee warteten. Manche blieben aber auch in Deutschland, wie etwa die Schriftstellerin Natascha Wodin und der deutsch-estnische Arzt René Tomingas.

In der Medienwerkstatt-Dokumentation beleuchten Historiker und Zeitzeugen den Alltag im Valka-Lager.


Camp Valka – Lagerstraße mit Holzbaracken. © GESCHICHTE FÜR ALLE e.V.


Bei der Vorstellung ihres Buches „Sie kam aus Mariupol“ im Dokuzentrum las Natascha Wodin auch eine Passage über das Valka-Lager, in dem sie als Kind lebte. 

Im Anschluss an die Sendung wiederholen wir unseren Film "Wegbegleiter Israels" über den deutsch-israelischen Fotografen Werner Braun, der im Dezember 2018 im Alter von 100 Jahren verstorben ist. 1998 widmete Jim G. Tobias dem gebürtigen Nürnberger, der den jüdischen Staat mit seiner Kamera durch alle Höhen und Tiefen begleitet hat, ein Porträt.

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