Kategorie: Sendungen
19.12.2017

Benjamin Ferencz

Von Nürnberg nach Den Haag

Ein Film von Ullabritt Horn

Sonntag, 31. Dezember, 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen


Ullabritt Horn (2.v.r.) mit ihrem Team beim Dreh mit Benjamin Ferencz im Saal 600. Foto: Günter Distler

Am 17. Dezember 2017 verstarb die Nürnberger Filmemacherin Ullabritt Horn. Wir sind sehr traurig über den Tod unserer Freundin und Kollegin und werden Ullabritt als engagierte, kluge, unbeirrbare und humorvolle Frau in Erinnerung behalten. Es war uns eine große Freude und Ehre, mir ihr zu arbeiten.

Aus diesem traurigen Anlass wiederholen wir ihren jüngsten Film, ein Porträt über Benjamin Ferencz, den letzten noch lebenden Chefankläger der Nürnberger Prozesse. Die Langfassung des Films, „A man can make a difference“, kam 2015 in die Kinos. Bei den Filmfestspielen in Biberach erhielt Ullabritt Horn dafür den Preis für den besten Dokumentarfilm.

Zum Inhalt: Ein Leben für den Frieden, das ist es, was Benjamin Ferencz antreibt. „Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören“, sagt der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse.

Benjamin Ferencz wird 1920 als Sohn jüdischer Eltern in Rumänien geboren. Die Familie wandert nach Amerika aus, als er noch ein Baby ist. Ferencz wächst unter ärmsten Verhältnissen in New York auf und studiert später Jura in Harvard. Er ist gerade 25, als er als US-Soldat nach Deutschland kommt. Unmittelbar nach der Befreiung der Konzentrationslager sichert er Beweise für die dort begangenen Verbrechen. Es sind Erlebnisse, über die er bis heute kaum sprechen kann. Zwei Jahre später ist er Chefankläger im Einsatzgruppenprozess gegen ehemalige SS-Führer in Nürnberg. Was er in Deutschland erlebt, bestimmt sein ganzes Leben. Auch dank seines Mitwirkens wird 2002 der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag eröffnet.

70 Jahre nach Beginn der Nürnberger Prozesse entstand ein berührendes Porträt über einen noch immer aktiven Friedenskämpfer. Historische Filmdokumente, persönliche Interviews mit Benjamin Ferencz, Statements von Kollegen und Freunden sowie eine Kamera, die dem rastlosen Protagonisten rund um die Welt folgt – auch nach Nürnberg, in den historischen Saal 600 - machen den Film zu einer Abenteuerreise durch das Leben dieses charismatischen, lebenslustigen Mannes.


Never give up - gib niemals auf - das ist das Lebensmotto von Benjamin Ferencz.

 

 

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