Kategorie: Sendungen
02.11.2015

Benjamin Ferencz - Von Nürnberg nach Den Haag

Porträt des letzten noch lebenden Chefanklägers der Nürnberger Prozesse

Regie: Ullabritt Horn
Kamera: Hans Batz, 
Günther Wittmann
Schnitt: Robert H. Schumann

Sonntag, 8. November, 19, 21 und 23 Uhr auf Franken Fernsehen

Dauer: 30 Minuten


Benjamin Ferencz (95) am Vietnam Memorial in der US-Hauptstadt Washington D.C.

Ein Leben für den Frieden, das ist es, was Benjamin Ferencz antreibt. „Wir müssen zu Recht und Gesetz zurückkehren anstelle von Kriegen – andernfalls werden wir die ganze Welt zerstören“, sagt der letzte noch lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse, der heute 95 Jahre alt ist.

Benjamin Ferencz wird 1920 als Sohn jüdischer Eltern in Rumänien geboren. Die Familie wandert nach Amerika aus, als er noch ein Baby ist. Ferencz wächst unter ärmsten Verhältnissen in New Yorks Bronx auf und studiert später Jura in Harvard. Er ist gerade 25, als er als US-Soldat nach Deutschland kommt. Unmittelbar nach der Befreiung der Konzentrationslager sichert er Beweise für die dort begangenen Verbrechen. Es sind Erlebnisse, über die er bis heute kaum sprechen kann. Zwei Jahre später ist er der Chefankläger im Einsatzgruppenprozess gegen ehemalige SS-Führer in Nürnberg. Was er in Deutschland erlebt, bestimmt sein ganzes Leben. Auch dank seines Mitwirkens wird 2002 der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag eröffnet.

70 Jahre nach Beginn der Nürnberger Prozesse entstand ein berührendes Porträt über einen noch immer aktiven Friedenskämpfer. Historische Filmdokumente, persönliche Interviews mit Benjamin Ferencz, Statements von Kollegen und Freunden sowie eine Kamera, die dem rastlosen Protagonisten rund um die Welt folgt – auch nach Nürnberg, in den historischen Saal 600 - machen den Film zu einer Abenteuerreise durch das Leben dieses charismatischen, lebenslustigen Mannes.

Der Kinofilm "A man can make a difference" über Benjamin Ferencz läuft am 12. November in den deutschen Kinos an. In Nürnberg wird er im Kino Casablanca, Brosamerstraße 12, gezeigt. Auf der Homepage von W-Film gibt es mehr Infos zum Film sowie den Kinotrailer.


Regisseurin Ullabritt Horn (2.v.r.) beim Dreh mit ihrem Protagonisten Benjamin Ferencz im historischen Saal 600 in Nürnberg. Hinter der Kamera: Medienwerkstatt-Kameramann Hans Batz. Foto: Distler (Nürnberger Nachrichten)

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