Kategorie: Zeitgeschichte
30.05.2009

"Destination: Sydney"

Im Februar 2009 reiste Autor Jim G. Tobias mit einem Team der Medienwerkstatt Franken nach Australien, um das hierzulande unbekannte Kapitel der jüdischen Immigration nach Down Under filmisch zu dokumentieren. Nachgezeichnet werden die Wege von Shoa-Überlebenden, die im Nachkriegsdeutschland in den so genannten Displaced-Persons (DP)-Camps auf eine neue Heimat warteten.
Nach der Niederschlagung des NS-Regimes hatte die US-Militärregierung Auffanglager für überlebende Juden errichtet. Eines dieser DP-Camps befand sich in der Ansbacher Bleidornkaserne. Hier waren vom November 1946 bis zum September 1949 durchschnittlich über 1200 jüdische DPs untergebracht. Die Mehrheit von ihnen träumte zwar von einem Leben im eigenen Staat, doch aufgrund der unsicheren Situation im Krisengebiet Nahost baten viele jüdische DPs auch um Aufnahme in den USA, Kanada oder Australien.
Im Mittelpunkt der TV-Reportage "Destination: Sydney" stehen die 90-jährige Lena Goldstein und die 76-jährige Yola Schneider. Die beiden gebürtigen Polinnen hatten mit viel Glück das Warschauer Ghetto überlebt, konnten sich später in die Illegalität retten und flüchteten 1946 vor pogromartigen Ausschreitungen aus Polen ins Land der Täter. Sie verbrachten einige Zeit im DP-Camp Ansbach Bleidornkaserne, bis sie nach einer langen Odyssee 1949 endlich den Hafen von Sydney erreichten.

Autor: Jim G. Tobias

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