Kategorie: Zeitgeschichte
19.02.1986

18 Tage freies Wackerland

Am 11. Dezember 1985 wurde im Taxöldener Forst bei Wackersdorf in der Oberpfalz mit den Rodungsarbeiten für den Bau einer Wiederaufbereitungsanlage begonnen.

150 ha Wald sollen dafür fallen, 10 Milliarden kostet die Anlage und bis zu deren Fertigstellung sind es noch zehn Jahre. Mit der Bekanntgabe des Standortes beginnt sich auch der Widerstand in der Region, die bis dahin als verschlafen galt, zu formieren. Trotzdem sind es nur einige wenige WAA-Gegner, die in den ersten Tagen versuchen, die Rodungsarbeiten zu verhindern. Nach einer Großdemonstration am Wochenende nach Rodungsbeginn wird der Bauplatz besetzt und mit dem Bau eines Hüttendorfs begonnen.

Nach 48 Stunden aber wird mit einem brutalen Polizeieinsatz der Platz geräumt und über 800 Personen festgenommen. Die Oberpfälzer Bevölkerung bekommt eindrucksvoll vorgeführt, mit welchen polizeistaatlichen Mitteln die Atompolitik durchgesetzt werden soll. Bilder, die sonst nur aus Brokdorf oder von der Stadtbahn West bekannt waren, sind in der Oberpfalz plötzlich Alltag.

Nach Einstellung der Rodungsarbeiten wird der Bauplatz abermals besetzt und es entsteht ein neues Hüttendorf. Das "Freie Wackerland" wird ausgerufen. Aber auch diese Bestezung wird nach zwei Wochen durch einen massiven Polizeieinsatz beendet.

Das Video zeigt die Ereignisse seit dem Rodungsbeginn bis zur Räumung des zweiten Hüttendorfs.

Autoren: Kurt Keerl, Jürgen Staiger, Brigitte Schönig

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