Kategorie: Zeitgeschichte
09.01.2011

Ein heiliger Berg



Umgeben von den Gemeinden Ehingen, Gerolfingen, Röckingen und Wittelshofen liegt die höchste Erhebung Mittelfrankens – der Hesselberg. Er ist weit über die Region hinaus bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel. Nur wenige wissen, dass der Berg einst als heiliger Berg der Franken gefeiert wurde.

Kein geringerer als Adolf Hitler soll dem Hesselberg die zweifelhafte Ehre dieses Beinamens verliehen haben. Als eigentlicher Strippenzieher aber gilt der selbsternannte „Frankenführer“ Julius Streicher. Er organisierte hier Parteikundgebungen der NSDAP und begrüßte Hitler bereits 1930 als Ehrengast. Nach der Machtübernahme, zwischen 1933 und 1939, veranstalteten die Nationalsozialisten dann jährlich die sogenannten Frankentage auf dem Hesselberg. Bis zu 100.000 Besucher hörten in Festtagsstimmung die antisemitischen Reden Streichers. Auch andere Politprominente des Dritten Reichs, wie Herrman Göring, gaben sich auf dem Berg ein Stelldichein. Das Spektakel war neben den Nürnberger Reichsparteitagen die größte NS-Propagandaveranstaltung in Franken.

Heute zeugen kaum noch Spuren von dem einstmaligen Massenereignis. In der Nachkriegszeit gerieten die Frankentage weitgehend in Vergessenheit.

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